Samstag, 20. Februar 2010

Xin cháo Vietnam

Von Indien nach Vietnam (16.02. - 17.02.2010)

Am 16. Februar mussten wir bereits um 05:00 in der Früh aufstehen, da uns unser Taxi um 05:30 abholte, um uns zum 25km entfernten Flughafen in Kochi zu bringen. Unser Flug nach Bangalore startete um 07:45 - wir hatten extra einen so zeitigen Flug genommen, da wir uns tagsunter noch Bangalore ein bißchen anschauen wollte, weiter nach Hanoi über Bangkok ging es erst um 0:30. Am Flughafen in Bangalore kamen wir um ca 09:30 an, und dort erfuhren wir erstmal folgendes: der Thai Airways Schalter bei dem wir unser Gepäck einschecken mussten macht immer erst um 21:00 auf, es gibt keine Gepäckaufbewahrung (also fuhren wir doch nicht in die Stadt), in die Abflugshalle dürfen wir erst rein, wenn der Thai Airways-Schalter auch geöffnet hat und wenn wir die Ankunftshalle erst einmal verlassen haben, dürfen wir mit unserem Gepäck auch nicht mehr rein. Also...

frühstückten wir erst einmal in der Ankunftshalle bis es uns aufgrund der Klimaanlage zu kalt wurde...

... und so setzten wir in ein Outdoor-Coffee Day in den Schatten (wo wir trotzdem aufpassen mussten keinen Sonnenbrand zu bekommen) und lasen ein paar Stunden...

... bis es dunkel wurde. Der Flughafen von Bangalore wurde erst im April 2008 eröffnet und ist sehr modern, aber auch klein (deshalb darf man anscheinend auch erst drei Stunden vor Abflug rein). Um 21:00 kamen wir dann aber schließlich doch noch zum Check-in rein und um 0:30 starteten wir Richtung Bangkok. Da dieser Flug nur 3,75 Stunden dauerte konnten wir im Flugzeug nicht all zu viel schlafen ...

... und nutzten noch die 2 Stunden Wartezeit in Bangkok. Um 09:20 am 17. Februar kamen wir schließlich in einem etwas kühlen Hanoi (ca 13 Grad) an. Im Vergleich zu Indien wirkt Vietnam auf uns sehr sauber und modern. Auf den Straßen sieht man weniger arme Menschen, insgesamt wirkt Vietnam fortschrittlicher.

Hanoi (17.02.-20.02.2010)

In Hanoi wohnten wir in der Altstadt, in der es viele alte Häuser und sehr nette Cafés gibt - unser Favorit in Hanoi war das Moca Café. Unser Hotel - das Little Hanoi Hotel - hatte einen für uns verhältnismäßig hohen Standard. Das Zimmer war sehr geräumig, die Dusche gab viel und sehr heißes Wasser, wir hatten einen Fernseher uns einen DVD-Player (in der Hotellobby konnte man sich gefälschte Filme ausborgen) und außerdem auch W-Lan.
Obwohl wir von der Anreise sehr müde waren, gingen wir noch zu Mittag zum Hoan Kiem See. Er liegt mitten in der Altstadt und ist für Spaziergänge sehr beliebt. Der Winter in Hanoi ist dieses Jahr ziemlich kalt - an diese Temperaturen mussten wir uns nach dem tropischen Wetter in Südindien erst gewöhnen. Ziemlich bald wunderten wir uns darüber, dass die meisten Geschäfte geschlossen hatten, und dass auf den Straßen kein Verkehrschaos herrschte. Da uns die Menschen immer wieder ein "Happy New Year" wünschten, kombinierten wir, dass in Vietnam gerade das Neujahrsfest "Tet Nguyen Dan" (Fest des ersten Tages) gefeiert wurde. Das Fest wird auch einfach nur "Tet" (das Fest) genannt, da es das wichtigste und größte Fest des Landes ist, angeblich ist es so, als würden wir Weihnachten, Neujahr, Ostern und das amerikanische Thanksgiving gemeinsam feiern. Tet beinhaltet die Idee des universellen Friedens, den Beginn des neuen Jahres, die Wiedergeburt und gutes Essen.
Das Fest wird insgesamt eine Woche (dem 1.-7.ten Tag des 1. Mondmonats) gefeiert und ist meistens Ende Jänner/Anfang Februar. Offiziell haben die Menschen 3 Tage frei, nehmen sich meist aber länger Zeit. Uns fiel besonders auf, dass wirklich viele Restaurants und Geschäfte eine ganze Woche geschlossen hatten, aber auch in den Hotels zu dieser Zeit nur wenige Angestellte arbeiten. Am 1. Tag gibt es immer ein großes Feuerwerk - dieses Jahr war es am 13.2., da waren wir leider noch nicht im Land. 2010 ist in Vietnam übrigens das Jahr des Tigers. Pech am ersten Tag des Jahres bedeutet Pech im ganzen Jahr. Die Vietnamesen vermeiden daher zu streiten, etwas kaputt zu machen oder zu schimpfen. Das neue Jahr stellt - wie eigentlich für uns auch - einen neuen Anfang dar.
Da jetzt auch viele Vietnamesen im Land unterwegs sind, war bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten ein großer Andrang. Der Literaturtempel z.B. soll normalerweise ein Ort der Ruhe sein, war jedoch so überfüllt dass wir kaum etwas sehen konnten. In den Tempeln und Pagoden wird eifrig für das Glück im neuen Jahr gebetet.

Nach unserem Spaziergang um den See haben wir dann erstmal drei Stunden geschlafen und anschließend sind wir nur noch für das Abendessen aus dem Hotel gegangen. Auch kulinarisch bedeutet Vietnam eine Umstellung - nachdem wir uns in Indien ausschließlich fleischlos ernährt haben, ist dies in Vietnam fast gar nicht möglich. Die Vietnamesen essen eigentlich zu fast jeder Mahlzeit Fleisch.


Nachdem wir die erste Nacht in Hanoi tief und fest geschlafen hatten, setzten wir unsere Sightseeing-Tour durch Hanoi fort. Wir starteten beim Literaturtempel Van Mieu, ursprünglich Ha Nois erste Universität. Die letzten Prüfungen fanden 1915 statt. Dann ging es weiter ins französische Viertel zum Opernhaus, der Außenhandelsbank, der Quan Su-Pagode (ein buddhistisches Heiligtum aus dem 15. Jahrhundert). Mittagessen gab es im Pho 24, einer vietnamesischen Fastfoodkette in der hauptsächlich die Suppe "Pho", serviert wird. Wir sind dafür, dass die Kette auch in Wien ein paar Filialen aufmachen sollte,...


An unserem zweiten ganzen Tag in Hanoi stand folgendes am Programm:
Die Einsäulen-Pagode Chua Mot Cot, das wichtigste Wahrzeichen der Stadt, ein Heiligtum aus dem 11. Jahrhundert aus der Zeit der busshistischen Ly-Dynastie. Das Ho-Chi-Minh Museum und das Ho-Chi-Minh Mausoleum besichtigten wir nur von außen, da beide nicht geöffnet waren. Und außerdem noch die Tran Quoc Pagode (älteste bekannte buddhistische Pagode des Landes), Quan Thanh Pagode, Pho Giac Pagode, Lenin Denkmal, Hanoi Tower und der botanische Garten.









Für den 20.02. am Abend hatten wir auch schon wieder unsere Weiterreise nach Hue gebucht - eigentlich wollten wir mit dem Nachtzug im Schlafwagen fahren, aufgrund der Feiertage bekamen wir allerdings kein Ticket mehr. Die nette Damen im Reisebüro überzeugte uns, mit einem Sleeper-Bus der auch mit einer Toilette ausgestattet ist zu fahren. Die Bilder waren auch wirklich sehr vielversprechend. Als wir dann gestern Abend zu unserem Bus gebracht wurden, erlebten wir eine böse Überraschung (obwohl ein bisschen hatten wir es ja schon befürchtet, dass die Bilder zu schön um wahr zu sein gewesen waren). Der Bus war ziemlich alt, die Liegen sehr schmal und eng und auch die Toilette war nicht sehr einladend - da wir auch noch die letzten im Bus waren ergatterten wir beide die zwei schlechtesten Liegen im ganzen Bus. Naja, wir haben es irgendwie überstanden und sind gut in Hue angekommen - für die Rückreise nach Hanoi haben wir unsere Bahntickets aber schon in der Tasche :-) - den Sleeper-Bus können wir niemanden empfehlen!

Montag, 15. Februar 2010

Alapphuza (Alleppey), Backwaters und Kochi (Fort Cochin)

Alapphuza (08.02.2010)

Nach Alapphuza fuhren wir mit einem Regionalzug, der Zug war ziemlich voll und da wir nur zwei Stunden fahren mussten suchten wir uns einem Platz zwischen zwei Wagons und setzten uns abwechselnd auf unser Gepaeck. Am Nachmittag spazierten wir durch die Kleinstadt, eigentlich auf der Suche nach einem guten Backwater-Tour-Angebot, buchten die Tour aber dann doch in unserem Guesthouse. Im Gowri Guesthouse, welches im Lonely Planet sehr empfohlen wird, wohnten wir im bis jetzt schlechtesten Zimmer. Das Bett war von Termiten angenagt, es gab jede Menge Mosquitos und einen ziemlich eigenartigen Privat-Zoo. Die Angestellten behaupteten, dass hier Tiere die verletzt sind wieder aufgepeppelt werden, aber das war wohl eines der vielen Maerchen die dort erzaehlt wurden,... Bei der Morgen-Toilette wurden wir von einer Riesen-Kakerlake ueberrascht und waren froh, dass wir an diesem Platz nur eine Nacht verbringen mussten.mit dem Zug nach Alapphuza

Backwater-Tour (09.02. - 10.02.2010)


Unsere Backwater-Tour startete um 12:30, nachdem wir das erste Boot das uns gezeigt wurde abgelehnt hatten, da es genauso wie unsere Zimmer aus der vorherigen Nacht ausgesehen hatte. Die Tour dauerte 22 Stunden und war sehr gemuetlich, aber auch wenig spektakulaer. Die Crew an Board war sehr nett und das Essen wirklich gut. In der Frueh standen Alexandre, Saschi und ich zeitig auf, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Alex wollte lieber ausschlafen ;-). Saschi und Alexandre berichteten uns von Ihren Uebernachtunggaesten - anscheinend hatten sich Ratten oder hoffentlich doch Maeuse an Board eingerichtet. Schliesslich entdeckten auch wir ein paar verdaechtige schwarze Bemmerln in unserem Zimmer - igitt, igitt! Zum Glueck hatten Alex und ich gleich als wir am Abend ins Zimmer gekommen waren den Ventilator aufgedreht und da dieser einen unbeschreiblichen Laerm machte sogleich unsere Ohren mit Ohropax zugestoepselt und von unseren Zimmergenossen nichts mitbekommen. Wir konnten tief und fest schlafen.





Bilder aus Alapphuza









Kochi (10.02.-16.02.2010)
Um 9:30 am naechsten Tag legten wir wieder am Kanal in Alapphuza an, um dann gleich weiter nach Kochi, einer Stadt ca 40 km noerdlich von Alapphuza zu fahren. Nach den vielen Haustieren die wir in den vergangenen zwei Naechten gehabt hatten, waren wir vier uns einig, dass unsere naechste Unterkunft genau inspiziert werden muss. Wir fanden zwei nette Zimmer in dem Homestay (das sind private Unterkuenfte) Spice Holiday im Bezirk Fort Cochin. Fort Cochin ist die wohl europaeistische Stadt die wir in Indien gesehen haben. Die Stadt wurde von den Portugiesen und den Hollaendern stark gepraegt. Hier gibt es wenige Kuehe auf den Strassen, wenn man sich aber etwas abseits von den Touristenwegen bewegt trifft man auf jede Menge Ziegen.

Am ersten Abend in Fort Chochin probierten Saschi und ich erstmal eine Ayurveda-Massage aus. Es war etwas ungewohnt da 1. sehr oelig und 2. ganz Koerper (Ayurveda Massagen werden, wenn korrekt ausgefuehrt nur gleichgeschlechtlich durchgefuehrt). Zu Beginn, als meine Arme mit einer zwickenden Massagetechnik bearbeitet wurden war die Massage etwas schmerzhaft, mit der Zeit wurde es dann aber doch entspannend - nur am naechsten Tag hatte ich einige blaue Flecken auf meinen Armen - einmal hat mir dann irgendwie gereicht.
Am naechsten Tag, war es dann soweit Alex und ich mussten unsere Weiterreise organisieren. Eigentlich wollten wir ja noch weiter, ueber die Western Ghats nach Mysore, da wir aber zu diesem Zeitpunkt etwas reisefaul waren und wir nur die Moeglichkeit hatten mit einem oeffentlichen Bus 10h zu fahren, beschlossen wir laenger in Kochi zu bleiben und erst am Dienstag in der Frueh mit der Airline Kingfisher zu unserem Anschlussflug nach Vietnam in Bengaluru zu fliegen. Wir werden dann einen ganzen Tag noch in Bengaluru verbringen.

Zu besichtigen gab es hier in Kochi einen einfachen Jain-Tempel, den Dutch Palace mit seinen gut erhaltenen hinduistischen Wandmalereien (urspruenglich: Mattancherry Palace von den Portugiesen 1555 erbaut und 1663 von den Niederlaendern renoviert) und das juedische Viertel - eine geschaeftige Gegend in der Naehe des Hafens. Urspruenglich das Zentrum des Gewuerzhandels, heute ueberwiegen jedoch Antiquitaetenhaendler und Souvenirshops.







Einmal kamen wir auch bei einem Tempelfest mit einer Elefantenprozession vorbei. Wir sahen einen bunt geschmueckten Elefanten auf dem drei Maenner sassen und vor dem eine Gruppe von Maennern laut Musik spielten. In den hinduistischen Entstehungsmythen ist der Elefant der Erhalter des Universums und die Grundlage des Lebens. Die elefantenkoepfige Gottheit Ganesha verheisst Glueck und soll Hindernisse aus dem Weg raeumen. Objektiv betrachtet wird der Elefant in Indien heutzutage gleichermassen verehrt und ausgebeutet. Dressierte und gezaehmte Elefanten werden bei religioesen Zeremonien und der Abholzung eingesetzt. Die Bauern am Land fuerchten die unberechenbaren Kraefte der freilebenden Elefanten.

Da wir ja jetzt schon so lange im schoenen Fort Cochin sind, haben wir hier natuerlich auch ein Stammkaffe, das Kashi Art Kaffe zu dem eine moderne Kunstgalerie gehoert. Hier gibt es fuer etwas curry-uebersaettigte Traveller ganz tolle Kaesesandwichs, super Kaffee-Latte und Iced Coffee und fuer den Sonntag-Nachmittag auch ein gutes Stueck Kuchen :). Wir gehen aber auch gerne in das dazugehoerige Savour Restaurant in dem traditionelle keralische Kueche serviert wird.

Ansonsten fuehlen sich die letzten Tage hier in Indien so an, wie die letzten Tage einer normalen dreiwoechigen Reise. Wir haben nicht mehr ganz so viele Plaene, sitzen viel im Kaffeehaus, schauen in den Geschaeften nach Souvenirs und lassen Indien langsam ausklingen. Anders ist diesmal das wir unsere Souvenirs mit der Post nach Hause schicken und mit unseren Gedanken viel weniger in Wien sondern hauptsaechlich in Suedostasien sind.

Heute Nachmittag werden wir noch in eine keralische Kampfsport-Auffuehrung (Kalarippayat) gehen und dann heisst es wieder Rucksack packen fuer die Weiterreise - nun wieder zu zweit - nach Vietnam.

Sonntag, 7. Februar 2010

Ein traumhafter Strand in Suedindien


Varkala, Kerala (05.02.-08.02.2010)

Im Guesthaus angekommen hat Alex erstmal Fieber gemessen, und sein Schwaechzustand hatte einen Grund: Alex hatte 38,5 Fieber. Und auch Alexandre musste sich noch einmal uebergeben. Ich fragte im Guesthouse erstmal ob es im Ort einen Arzt gibt, und er schlug uns vor noch ein paar Stunden zu warten, Tabletten gegen Kopfweh zu nehmen und wenn es nicht besser wird, wuerde er uns am Nachmittag ins Hospital bringen. Die Maenner legten sich also erstmal schlafen und Saschi und ich gingen fruehstuecken. Alexandre ging es dann auch bald etwas besser, aber das Fieber von Alex ging nur ganz wenig zurueck. Wir machten uns natuerlich Sorgen wegen Malaria - glaubten zwar nicht wirklich dass das der Grund war, beschlossen aber - um keine schlaflose Nacht zu haben - mit dem Tuc Tuc ins 4km entfernte Krankenhaus fuer einen Malariacheck zu fahren. Der Test war zum Glueck und wie erwartet negativ, Alex war nach dem Essen im Zug schlecht geworden, hatte den Brechreiz aber unterdrueckt, wahrscheinlich hat sich sein Koerper daraufhin einfach mit Fieber gewehrt. Am Abend gab es fuer ihn nur Reis und wir gingen frueh ins Bett. Am naechsten Morgen war das Fieber dann auch weg und am Nachmittag war er wieder ganz der Alte :).


Varkala ist eine Ayurveda-Ort, mit einigen Touristen einem wunderschoenen langen Strand der von roten Klippen umgeben ist. Die zwei Tage hier haben wir vor allem dafuer genutzt, dass alle wieder fit werden (Saschi hat es dann naemlich auch noch erwischt). Wir spazierten am Strand, gingen schwimmen und besichtigten einen kleinen Tempel (Durga Tempel) und den groesseren, fuer Hindus sehr bedeutenden Jarnadhana Tempel. Der Eintritt in den Tempel ist hier nur Hindus gestattet.

Abends essen wir immer fangfrischen Fisch (zumindest die von uns, die gerade nicht krank sind) der auf Eis vor den Restaurants praesentiert wird. Morgens und Abends - immer wenn die Fischer zuerueck kommen, kreisen viele Adler, Falken und Busarde extrem niedrig ueber dem Strand - wirklich schoen anzuschauen!

Morgen fahren wir schon wieder weiter - mit dem Zug nach Alaphuzza, von wo wir unsere Backwater-Tour starten moechten.








Zugfahren in Indien


Unseren Bericht über die 30stündige Zugfahrt von Delhi hatten wir ausgelassen - aber das holen wir jetzt nach!

Delhi - Goa, Kerala S Kranti (28.01.-31.01.2010)

Planmäßig sollte unser Zug um 13:50 Delhi verlassen, also hatten wir am Vormittag noch genügend Zeit um Proviant für die Fahrt zu kaufen, zu packen und in Ruhe zu frühstücken. Um 12:00 liesen wir vom Hotel checken, ob der Zug Verspätung haben wird - ungefähr 15min hieß es, also eigentlich pünktlich. Am Bahnhof in Delhi waren wir erstmal überrascht wie neu das Gebäude ist, und dass zwar schon etwas los war, aber wir es nicht als so stressig empfanden. Es stellte sich bald heraus, dass an diesem Tag doch einige Züge Verspätung hatten. Ashok wollte für uns herausfinden von welchem Bahnsteig wir wegfahren würden, aber unser Zug wurde auf der Anzeigetafel nicht angezeigt. Langsam bekamen wir leichte Zweifel ob das Zurechtfinden auf einem großen Bahnsteig alleine zu meistern ist. Durch herumfragen landeten wir schließlich auf Bahnsteig sechs, die Verspätung sollte 1:30 sein. Mühsam - aber nachdem wir mitbekamen das andere Züge 6 Stunden und mehr Verspätung hatten, nahmen wir es gelassen. Irgendwie hatten wir aber doch Zweifel auf dem richtigen Bahnsteig zu stehen. Also machte Alex sich auf den Weg um eine Info-Stelle zu suchen, bekam allerdings die Info - von jemanden der sich als Bahnhofsmitarbeiter ausgab - dass unser Zug gecancelt wurde, wir aber gleich mit ihm mitkommen könnten, er würde uns dann die Rückerstattung des Ticketpreises und einen Flug nach Goa organisieren,... Alex glaubte ihm natürlich nicht so ganz, wimmelte ihn wieder ab und kam zurück auf den Bahnsteig. Ashok und ich starteten einen neuen Versuch. Auf zum International Tourist Office, dort erklaerte man uns, dass sie für Zeitpläne und Verspätungen nicht zuständig sind. Weiter zu den normalen Schaltern, wo die Hölle los war, da ja nicht nur unser Zug Verspätung hatte. Ashok deutete mir, dass ich mich anstellen soll, juhu! dachte ich mir und reihte mich am Ende der Schlange ein. Dann meinte er in Indien gilt "Ladies First" und ich soll mich einfach vorbei ganz nach vorne drängen soll. Naja, das ist ja nicht so ganz meins, etwas skeptisch machte ich einen zaghaften Versuch nach vorne zu kommen, Ashok schrie dann aber etwas auf indisch in die Menge, und plötzlich hörte ich hinter mir lautes Gemurmel und von hinten kamen immer wieder Hände über mich nach vorne, die die Inder vor mir zur Seite schoben und sie aufforderten mich vorbei zu lassen. Nach einem kurzen Blick auf mich, gingen fast alle zur Seite und ich kam innerhalb weniger Minuten zu meinen Informationen: Bahnsteig 10, 1:30 Verspätung. Verschwitzt machten wir uns auf den Weg um Alex und das Gepäck abzuholen, als wir die Durchsage hörten, das unser Zug doch von Bahnsteig 9 fährt. Letzendlich fuhr der Zug dann auch wirklich von Bahnsteig 9 allerdings mit nur 45min Verspätung. Also unser Tipp für Zugfahren in Indien: 100x nachfragen, nicht alles glauben und den Bahnsteig wenn möglich nicht verlassen!
Die Zugfahrt selber war relativ unspektakulär, wir hatten die Plätze am Gang, die etwas klein und nicht ganz so bequem sind, haben aber gut geschlafen und sind relativ fit in Goa angekommen. Die Inder im Zug waren etwas weniger kommunikativ als wir uns das vorgestellt hatten, also vertieften wir uns in unsere Bücher.

Magao - Trivandorum, Radjasthani Express (04.02.2010)

Nun hiess es fuer uns Abschied nehmen von Natasha, um um 12:40 von Magao nach Trivandrum die Hauptstadt Keralas zu fahren. Der Radjasthani Express gilt als der beste Zug in Indien. Wir bemerkten nicht so einen grossen Unterschied. Die Abteile schauten genau gleich aus, diesmal hatten wir nur eine Vierer-Kabine und daher etwas mehr Platz. Das Essen war hier inbegriffen und wir bekamen relativ viel. Anscheined war das Essen aber teilweise schlecht und zusaetzlich war die Klimaanlage extrem stark eingeschalten. Diese beiden Faktoren setzten Alex und Alexandre ziemlich zu. Alex wurde schon am fruehen Abend ziemlich schlecht, sodass er sich schon frueh hinlegte, Alexandre fuehlte sich am naechsten Morgen ziemlich unwohl. Der Zug kam diesmal sogar frueher an, sodass wir uns erstmal einen Chai/Kaffee kauften (der unglaublich suess war) und dann gemeinsam zum Flughafen zu fahren und zu checken, ob das Gepaeck von Saschi und Alexandre auch schon da ist. Und ja, es war da!! wir waren sehr froh dass wir am Flughafen nicht lange warten mussten, vor allem weil die beiden Alexe sich immer schlechter fuehlten (Alexandre hatte sich in der Zwischenzeit uebergeben) und organisierten uns ein Taxi nach Varkalar, etwas noerdlich von Trivandrum. Dort checkten wir ins "Woodstock Bed & Breakfast" ein. Die Zimmer sind hier sehr schoen und der Besitzer ist ein erfahrener Traveler.


Goa, Saschi und Alexandre sind da!

31.01. - 04.02.2010

Am Sonntag nach unserem Mittagessen im "La Plage" fuhren Alex und ich mit dem Roller nach Vagator Beach, da Sonntag war, war auch dieser Strand voll von Einheimischen und überfüllt. Wir machten uns bald wieder auf den Rückweg, bei einem kurzem Stopp an einem Obststand passierte etwas blödes: Alex verbrannte sich am Auspuff: ein kurzer Aufschrei, schnell in den naechsten Shop um eine Flasche eiskaltes Wasser zu kaufen, über die Verbrennung damit!Zurueck in Arambol haben wir dann die Brandblase mit Betaisodona versorgt. Schön schaute die Brandblase nicht aus, aber wir waren uns einig dass es schlimmer hätte sein können. Nur Schwimmen gehen war fuer die naechsten Tage erstmal nicht angesagt.

Am Dienstag war es dann soweit, Alexandre und Saschi kamen am spaeten Nachmittag in Goa an. In der Frueh erfuhren wir schon mal, dass auch sie diverse Verspätungen hatten, umgebucht werden mussten und dabei Ihr Gepaeck verloren gegangen war :-(.
Am Vormittag hatten wir noch Zeit, und spazierten zu einem Süßwassersee und in den Dschungel zu einem Riesen Banyan Baum. Der Baum steht mitten im Dschungel, ein paar "Freaks" haben hier Ihr Lager aufgeschlagen. Prinzipiell kann jeder der Lust hat bei dem Baum mal die eine oder andere Nacht verbringen.


Fitness Training im Dschungel ;-)

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg um Alexandre und Saschi vom Flughafen abzuholen. Sie kamen pünktlich und die Freude über ihre Ankunft war groß. Auf der Fahrt zurück nach Arambol wurden wir mit News aus Wien upgedatet. Da das Gepaeck leider noch nicht aufgetaucht war, borgten wir den beiden erstmal unsere Flip Flops um dann ein Riesen-Garnelen Curry am Strand zu verspeisen und in der Arkan Bar mit ein paar Kingfisher (indisches Bier) auf ihre Ankunft anzustoßen.
Den Tag darauf fuhren wir zum legendären Mittwochs-Flohmarkt nach Anjuna. Hier trifft sich alles zum shoppen - der Markt erinnert etwas an den Campden Market in London, es war nur etwas heißer. Wir kauften ein paar Souvenirs, Saschi und Alex brauchten erstmal dringend sommerliche Kleidung und noch wichtiger, Badezeug. Zwei Stunden shoppen bei gefuehlten 35 Grad waren dann aber auch genug, wir wollten an den Strand! - vorher aber noch ein kurzer Zwischenstopp bei Natasha auf einen Kaffee und um die Lage mit dem Gepäck zu klären. Die Zugtickets nach Kerala hatten wir nämlich schon in der Tasche (angeblich nicht umtauschbar),... Es trat auch das ein was wir befürchtet hatten, das Gepäck sollte erst in Goa ankommen, wenn wir schon im Zug nach Keral sitzen. Also nochmal alles unorganisieren: das Gepäck muss nach Trivandrum, Kerala geschickt werden. Eine wirkliche Bestätigung dafür bekamen wir nicht, die Laune liesen sich die beiden aber trotzdem nicht verderben und wir verbrachten den restlichen Tag mit baden und wieder Dinner am Strand.
Alex und ich waren jetzt schon fast eine ganze Woche an einem Ort, die zwar wie im Flug vergangen war, trotzdem freuten wir uns auf die Weiterreise nach Kerala.

Montag, 1. Februar 2010

Sonne, Strand, Meer und Flip Flops

Goa, Arambol 28.01. - 04.02.2010
Seit vier Tagen sind wir jetzt schon wieder in Goa, Arambol wo wir Natasha besuchen. Natasha hat uns gleich alles was wir brauchen organisiert: Taxi, Zimmer und Roller (Alex ist die 125er natürlich viel zu schwach,...). Wir geniesen es hier auch mal Abends ausgehen zu können (Natasha gibt uns diverse Tips), mit ihr und ihrer Tochter den Sunset zu geniesen und am Strand zu faulenzen und zu plaudern. Außerdem haben wir bei ihr zu Hause auch einen Espresso bekommen der genauso wie zu Hause geschmeckt hat.
Da Alex 2005 ja schon mal in Goa war, kann er mir einiges zeigen (Vagator, Fort Therakol), und sich darüber wundern wieviele Geschäfte und Lokale dazugekommen sind. Ansonsten düsen wir mit unserem Roller zu diversen Stränden und wundern uns wie schnell die Zeit vergeht. Morgen werden wir nämlich schon Saschi und Alex vom Flughafen abholen um am Donnerstag
dann gemeinsam mit dem Radjasthani Express nach Kerala zu fahren. - ja wir fahren mal wieder Zug aber diesmal nur 15 Stunden,...
Kulinarisch hat Goa etwas mehr zu bieten als der Norden: wir freuen uns über frischen Fisch und Meeresfrüchte. Bei unseren Sonntagsausflug mit Tash, Justy und einigen ihrer Freunde sind wir an einem am Wochenende nicht so bevölkertem Strand ins "La Plage" einem exzellenten französischen Restaurant eingekehrt und haben die sehr feine Küche dort genossen.



Ashok's Taxi Service

Wie wir ja schon geschrieben haben, hatten wir in den ersten drei Wochen in Rajasthan einen Fahrer. Ashok haben wir über diverse Internet-Foren gefunden und wir können ihn nur weiterempfehlen. Da andere Traveler mit ihm genauso zufrieden waren wie wir, wird er auch schon von diesen unterstützt - sie haben ihm eine eigene Website gebastelt, damit er sein Geschäft besser aufbauen kann. Ashok ist nämlich selbstständig und arbeitet für keine Agentur, daher ist es ihm auch besonders wichtig das seine Klienten zufrieden mit ihm sind. Wir hatten eine sehr gute Zeit mit ihm! Also falls jemand von Euch eine Reise nach Rajasthan oder auch eine Treckingtour im Himalaya plant (Ashok hat langjährige Erfahrung in Nordindien) können wir nur empfehlen hier vorbei zu schauen (ist auch bei den Links abgespeichert,...):

http://www.i-love-my-india.com/

Aber Achtung: Ashok ist immer sehr ausgebucht, also rechtzeitig Kontakt aufnehmen! :-)